Short Stirling Mk IV 1:72 (Italeri)

Die Stirling war der erste Bomber der Kriegsgeschichte, dem wegen mangelnder Breite der vorhandenen Hangars die Flügel gestutzt wurden (kein Witz - historische Tatsache). Das Kürzen der Spannweite ergab naturgemäß geringere Flugleistungen und weniger Bombenlast. Dies war mit ein Grund dafür, dass viele Stirlings als Schleppflugzeuge für Lastensegler und als Truppentransporter für Fallschirmjäger verwendet wurden.


Short Stirling Mk IV 1:72 (Italeri) Es ist keine Übertreibung zu sagen, dass Italeri damit wieder (nach der Short Sunderland) ein großer Wurf gelungen ist.
Es war ja auch wirklich allerhöchste Zeit, den mehr als betagten Airfix-Bausatz endlich abzulösen. Anläßlich des 70. Jahrestages der Alliierten Invasion in der Normandie wurde die Version als Segler-Schlepper und Truppentransporter herausgebracht. Ein großer Freiraum auf einem zweifach vorhandenen Gußast kündigt die (hoffentlich bald – noch zu Weihnachten 2014?) nachfolgende Bomberversion bereits an.

 


Gefertigt nach dem aktuellen Stand der Technik bietet diese Stirling ein sehr komplettes Innenleben (die Spanten und Rippen in den Rumpfhälften fehlen nur dort, wo man beim fertigen Modell wirklich nicht mehr hinsehen kann), das auch noch durch Ätzteile (Instrumentenbrett, Gurten, u.v.m.) aufgewertet wird. Der lange, flache Bombenschacht ist (bis auf die Bombenaufhängungen) vollständig nachgebildet und sogar die weiteren Bombenschächte in den inneren Tragflächen sind vorhanden. Die Einstiegstür im Rumpf links hinten und sämtliche Fahrwerksklappen und Bombenschachtdeckel zeigen auf den Innenseiten ihre tragende Struktur. Die Quer-, Seiten- und Höhenruder bestehen aus jeweils zwei Teilen, sind an den Hinterkanten aber ausreichend dünn.

Ganz besonders detailreich ist das hochbeinige Fahrwerk ausgeführt, die großen Räder sind belastet dargestellt. Dass als Motorisierung vier vollständig nachgebildete Doppelsternmotoren vorhanden sind, erfreut das Bastlerherz besonders. Der hintere Waffenstand ist ebenfalls sehr detailliert ausgeführt, Rücken- und Bug-Turm der Bomberversion liegen dem Transporter aber leider nicht bei. Dafür ist das beiliegende Schleppgestänge detailliert und filigran geformt.

Die Sinkstellen an kleinen, runden (bei der Stirling ovalen) Fenstern hat Italeri noch nicht im Griff, alle anderen transparenten Teile sind aber sehr sauber und auch ausreichend dünn gelungen. Ein besonderes Lob gibt es dafür, daß die Positionslichter ebenfalls auf diesem Gußast vorhanden sind, was dem detailverliebten Modellbauer viel Aufwand erspart; eine vorbildliche Lösung auch für andere Hersteller. Wer sich dies ersparen möchte, braucht die vorgeprägten Stellen der Tragflächenspitzen eben nicht wegzuknipsen.

Die tadellos gedruckten Kennungen und Markierungen zeigen drei verschiedene Schlepper/Transporter vom 06.06.1944 samt deren Invasionsstreifen und einen weitere (ohne Streifen) aus einem späteren Zeitraum.

Kurz gesagt:
Endlich ein zeitgemäßer Bausatz dieses historischen Bombers zu einem tollen Preis-Leistungs-Verhältnis. Für erfahrene Bastler und Sammler ein Muss, durchaus auch für Anfänger zu bewältigen.

Wir danken der Firma ITALERI für das Besprechungsmuster.

Die IPMS-Austria wurde 1970 als Forum für österreichische Plastik-Modellbauer gegründet.

Wichtig ist uns ein angenehmes und konstruktives Miteinander und nicht die "Vereinsmeierei".

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