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Koolhoven FK 58C-1 1:72 (Azur)

Die Koolhoven FK 58 waren (auch) ein ungeliebter Teil der Französischen Luftstreitkräfte zu Beginn des WK 2.

 

Ungeliebt deswegen, weil lediglich 17 Stück davon überhaupt zum Einsatz kamen, und französische Piloten mit den Leistungen dieses, in Holland gefertigten, Jagdflugzeuges nicht zufrieden waren. So zogen die polnischen Exil-Piloten die "Arschkarte" (ähnlich wie bei den Caudron C. 714) und bekamen die FK 58 zu fliegen.

Azur verwöhnt uns Sammler hier mit einem sehr seltenen Stück Luftfahrtgeschichte, in jener Qualität, die für Kleinserien-Bausätze so üblich ist. Wer zum erfolgreichen Modellbau Paßstifte und –löcher braucht, wird enttäuscht von hinnen ziehen.

Das Gesamtbild dieses, der Fokker XXI ähnlichen, Jagdflugzeugs, ist gut getroffen, die Proportionen und Abmessungen stimmen.
Die Einrichtung des Cockpits ist rudimentär, was angesichts kaum vorhandener Unterlagen nicht verwundert. Immerhin zeigt der Bausatz doch so etwas wie eine Rahmenstruktur, dort wo im Rumpf das Cockpit ist. Für das Instrumentenbrett liegt ein "Dia" bei und ein schöner Ätzteil. Bei den Ätzteilen sind auch Ruderpedale, Sitzgurten, Visier, Gitterstruktur der Ölkühler, Halterung der Motordeckel, Federbeinscheren und weitere Kleinteile zu finden, was den Bausatz sehr aufwertet.
Die gegossene Cockpithaube ist sehr klar und absolut schlierenfrei gefertigt.
Vom Sternmotor aus Resin bin ich doch etwas enttäuscht. Der ist zwar schön anzusehen, der hintere Zylinderstern ist allerdings nur mehr als Halbrelief gefertigt, mit etwas, das wohl ein Brandschott darstellen soll. Es fehlt also nicht nur der Abgas-Sammler, sondern auch die Motoraufhängung und alle Aggregate die im Original dort untergebracht waren.
Die wahre Meisterprüfung für Modellbauer hat Azur beim Anbau des Propellers versteckt … es gibt nämlich einen separaten Bauteil für die Propellerwelle (die laut Bauplan nicht durch das Getriebegehäuse gesteckt wird, sondern vorne daran anzukleben ist … zentrischer Sitz - na Prost, Mahlzeit) eine Propellernabe mit drei Schäften für die Propellerblätter und einen vollständigen Propeller, von dem die Propellerblätter abgeschnitten und an die Schäfte der Propellernabe geklebt werden müssen! Auch die Propeller-Grundplatte und die Propellerhaube wollen bei diesem unsinnigen Spektakel an den richtigen Stellen eingebaut werden.
Die Fahrwerksbeine und –streben sind ordentlich ausgeformt, die Fahrwerksschächte lassen jegliche innere Struktur vermissen, was wohl auch dem Fehlen entsprechender historischer Unterlagen zuzuschreiben ist. Die Räder, ebenfalls aus Resin, kommen mir etwas klein vor.
Die Waffengondeln unter den Tragflächen, welche im Original  je zwei 7,5 mm MG beherbergten, überzeugen nicht ganz; die Formgebung ist wohl etwas zu spitz nach hinten auslaufend.
Die Kennungen und Markierungen sind von bester Qualität und fehlerlos gedruckt.

Fazit: Ein ungewöhnlicher Bausatz eines ungewöhnlichen Flugzeuges, der Anfänger vor ein gerüttelt Maß an Schwierigkeiten stellt. Selbst für erfahrene Modellbauer wird es nicht leicht sein, überzeugende Lösungen für die o.g. Schwierigkeiten zu finden. Der Preis des Bausatzes liegt, angesichts der oben angeführten Eigenheiten, an der Schmergrenze.

P.S.: Wirklich teuer war der Versand. modellbau-universe ließ es sich nicht nehmen, das gute Stück per DHL premium an mich zu senden, wofür auf der Rechnung glatte € 15,- ausgewiesen sind … obwohl die online-Berechnung bei DHL als günstigste Möglichkeit (für ein Päckchen) gerade mal € 8,90 ergibt . Auf Nachfrage antwortete modellbau-universe, daß die € 15,- so quasi ein Pauschalpreis für Versand außerhalb Deutschlands seien und die Ware dabei auch bis € 250,- versichert ist.

Die IPMS-Austria wurde 1970 als Forum für österreichische Plastik-Modellbauer gegründet.

Wichtig ist uns ein angenehmes und konstruktives Miteinander und nicht die "Vereinsmeierei".

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