PIPER PA18 95/150 Super Cub - (Airmodel 1:72)

Die Schmetterlingsammlung, wie die Vielfalt von Fluggeräten der österreichischen Luftstreitkräfte oft genannt wird, stellt den Modellbauer manchmal vor nahezu unlösbare Aufgaben.

 

 

Piper PA18 Airmodel - 1:72

Eine solche ist die Piper PA18. Von ihr gibt es in diesem Maßstab am Modellbaumarkt fast gar nichts. Die Piper von Traudl Hellinger zum Beispiel  ist schon länger nicht mehr erhältlich, bloß die Firma Airmodel hatte sie noch im Programm. Dabei handelt es sich aber leider um einen Vakuum-Bausatz. Bestellt habe ich mir trotzdem zwei Stück, denn ich hatte vor, eine PA18/95(2B-AJ) und eine PA18/150(2B-AU) anzufertigen.

Geschichte
Die Piper Super Cub ging aus der J-3 Cub hervor und wurde ab 1948 mit verschieden Motoren produziert, so auch mit dem 91,3 PS starken Continental C-90 (PA18/95) und dem Lycoming mit 152 PS (PA18/150). 10.216 Stück wurden insgesamt von der Super Cub fertig gestellt, die sowohl im militärischen als auch im zivilen Bereich geflogen sind, bzw. noch immer fliegen. Für die jungen österreichischen Luftstreitkräfte, falls man sie zu diesem Zeitpunkt überhaupt als solche bezeichnen konnte, wurde dieses Flugzeug im Jahr 1956 interessant, als die angekündigte US-Hilfe ausblieb und man dadurch keine Maschinen für die Grundschulung der angehenden Piloten besaß. Acht Stück PA18/95 und zwei Stück PA18/150 wurden im Herbst 1956 gekauft, welche ab 1957 ihren Dienst am Fliegerhorst Zeltweg antraten. Im Jahre 1965 wurden sie auf Grund der Typenbereinigung schließlich wieder ausgemustert.

Kurz noch eine Anmerkung zu den beiden Maschinen, die ich bauen will. Die 2B-AU, später 2A-AU wurde im September 1959 bei einem Flugunfall zerstört. Die 2B-AJ ist als letztes Flugzeug erst 1958 geliefert worden und hat dadurch auch eine grundsätzlich andere Bemalung. Sie fliegt nach nahezu fünfzig Jahren, nach einigen Modifizierungen, mit der zivilen Kennung  "OE-AFE" noch heute bei der Heeresflugsportgruppe Habicht.

Piper PA18 Airmodel - 1:72Piper PA18 Airmodel - 1:72Piper PA18 Airmodel - 1:72Piper PA18 Airmodel - 1:72
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Der Bausatz
Er besteht aus einer einzigen Platte auf der die Vakuumteile drauf sind, zwei tiefgezogenen Klarsichtteilen und einer Baubeschreibung. Alles verpackt in einem durchsichtigen Plastiksackerl. Bauen kann man eine Cub oder eine Super Cub, jeweils in ziviler oder militärischer Version. Verschiedene Bauteile, wie z.B. die Streben für die Tragflächen, das Hauptfahrwerk, die Gummistoßdämpfer oder die Sitze müssen selbst angefertigt werden. Den Propeller und das Spornrad sucht man am besten im Fundus, oder man bastelt sich diese Teile auch selst. Überall an den Teilen sind kleine Saugnoppen vorhanden, die, wenn man sie entfernt, Löcher bilden, welche man dann mühevoll zukleben und verspachteln muss. Die tief gezogenen Klarsichtteile sind zwar schön durchsichtig, aber dick wie Panzerglas.

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Der Bau
Ganz egal ob man mit der PA18/95 oder mit der PA18/150 beginnt, es gibt Einiges umzubauen wenn man die österreichischen Versionen haben will. Die Bauanleitung gibt eine drei- bzw. viersitzige Variante vor. Die österreichischen Pipers waren aber durchwegs Zweisitzer. Schüler und Fluglehrer saßen zudem hinter- und nicht nebeneinander. Die Gurte fertigte ich aus einer dünnen Bleifolie und die Gurtschlösser aus 0,3mm Silberdraht an. Auf dem einzigen Farbfoto von ihrer Einsatzzeit beim Bundesheer, das ich besitze, ist das Cockpit in Mittelgrau lackiert und die Sitze sind rot gepolstert. Die Türen links und rechts, wie auf der Bauanleitung eingezeichnet, dürfen nicht berücksichtigt werden. Eingestiegen wurde auf der rechten Seite durch Öffnen zweier Klappen. Auch das Seitenleitwerk muss neu angefertigt werden, der Bausatz, hat das einer frühen Version. Gespachtelt muss eigentlich rundherum werden. Das fängt an beim Flügelübergang und Rumpfheck, setzt sich fort an der Rumpfunterseite, bis hin zum selbst angefertigten Seitenleitwerk. Zusätzlich sind überall auf Flügel und Rumpf unschöne Vertiefungen und Kratzer, die ebenfalls gefüllt und geschliffen gehören. Angesichts dieser Menge Arbeit und meinem Vorhaben eine zweite Piper zu bauen, habe ich mir das Ziehen von neuen Klarsichtteilen erspart und die beiliegenden eingebaut. Nur das Fenster auf der Flügeloberseite habe ich ersetzt, da das Original nicht bündig abschloss. Die Kühleröffnungen an der Nase habe ich vorsichtig geöffnet, damit das Ganze realistischer ausschaut. Die Höhenruder müssen bei den am Boden abgestellten Pipers nach oben geneigt dargestellt werden. Das Fahrgestell und die Flügelstreben musste ich, wie schon eingangs erwähnt, selbst anfertigen. Mit ein paar Plastikteilen und einem 0,5mm Draht gelang das eigentlich problemlos. Die Räder habe ich dem Bausatz entnommen. Die Verspannungen der Höhenleitwerke entstanden aus 0,1mm Silberdraht. Wegen des stärkeren und größeren Motors muss die Schnauze bei der PA18/150 etwas verlängert werden. Nach einer gründlichen Reinigungsprozedur mit Spiritus ging es dann ans Lackieren. Grundiert wurde mit Basic-Color von Revell. Als Vorlage für die Lackierung dienten Fotos aus  Wolfgang Hainzls Buch "Die Luftstreitkräfte Österreichs 1955 bis heute".  Meine zwei Exemplare sollten die Bemalung der 2A-BJ, die als einzige Piper der österreichischen Luftwaffe schon die werkseitige Standardlackierung von 1958 hatte, und die der 2B-AU erhalten. Abgedeckt wurde mit Tamiya-Band, das ich mit einem scharfen Skalpell zugeschnitten habe. Zuerst wurden die Modelle vollständig in Cremeweiß lackiert und nach einer weiteren Abdeckprozedur die roten Muster mit 32131 von Revell aufgespritzt. Die Farbe "Creme" habe ich mir selber gemischt (2 Tropfen 32115 Gelb in 1,5ml 32104 Weiß, beide von Revell). Außer der Beschriftung und den Kokarden wurde alles mit dem Luftpinsel aufgebracht und es ist mir, das kann ich im Nachhinein mit Stolz behaupten, ganz gut gelungen.
Technische Daten
  PA 18/95 PA 18/150
Spannweite 10,80 m 10,80 m
Länge 6,82 m 6,82 m
Höhe 2,05 m 2,05 m
Motor Continental C-90 Lycoming O-320
Leistung 91,3 PS 152 PS
Leergewicht 362 Kg 422 kg
max. Stargewicht 680 Kg 794 Kg
Dienstgipfelhöhe 4115 m 5790 m
Höchstgeschwindigkeit 177 km/h 209 Km/h


Referenzen

"Die Luftstreitkräfte Österreichs von 1955 bis heute", von Wolfgang Hainzl,
"Die Fliegerkräfte Österreichs von 1955 bis heute", von Wolfgang Hainzl und Erwin Hauke,
"Österreichische Luftstreitkräfte 1955 - 2005", vom Autorenteam,
und die Zeitschrift "Aero".

Die IPMS-Austria wurde 1970 als Forum für österreichische Plastik-Modellbauer gegründet.

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