Junkers Ju 86 D-1 1:72 (Italeri Vintage collection)

Der Serienbau der Junkers Ju 86 begann 1936. Die Ausrüstung mit Dieselmotoren brachte gegenüber den konventionell motorisierten Mustern keine Vorteile, sodaß sehr rasch auf Einbau von Benziner-Sternmotoren umgestellt wurde. Erst mit den Baureihen P (Höhenaufklärer) und R (Höhenbomber) wurden  wieder die damals als Schwerölmotoren bezeichneten Dieselaggregate verwendet.

Die wenigen Stücke der Baureihen P und R waren über England so erfolgreich, daß man sich bei Supermarine genötigt sah, etliche Spitfires auf die Baumuster VI und VII umzubauen, welche dann in der Lage waren, diese in 12.000m Höhe einfliegenden Ju 86 abzufangen.

Junkers Ju 86 D-1 1:72 (Italeri Vintage collection)Wer schon immer mal wissen wollte, wie vor mehr als drei Jahrzehnten ein Bausatz aussah, der von guter Qualität und auch für den Modellbauer mit Durchschnittseinkommen bezahlbar war, hat hier eines der besten Beispiele vor sich liegen.

Die Wiederauflage der Ju 86 D-1 in begrenzter Stückzahl zeigt, wie mich "damals" so ein Modell zum Staunen brachte. Die – erhabenen – Stöße und Nietreihen sind äußerst zart und an der Grenze des seinerzeit technisch Machbaren. Die Bewaffnung und deren Halterungen erlauben eine gewisse Beweglichkeit, ohne Gefahr zu laufen, eines dieser filigranen MGs zu verlieren. Das Cockpit und das Rumpfinnere weisen richtige Spanten auf, und sogar die senkrecht im Bombenschacht hängenden Bomben sind angedeutet. Der nach hinten unten weisende Abwehrstand hinter dem Bombenschacht ist vorbildgerecht einziehbar.
Zur Besonderheit wird der Bausatz auch dadurch, daß er der einzige ist, der eine Ju 86 D mit den Schweröl-(sprich: Diesel-)Motoren widergibt. Lediglich der wesentlich jüngere RS-Bausatz der Ju 86 P/R weist ebensolche Motoren in etwas anderen Motorgondeln auf.
Die transparenten Teile sind klar und ohne Schlieren, waren aber bei der ersten Auflage dünner als jetzt.
Die Kennungen und Markierungen sind unverändert.
Ja, und noch eine Besonderheit: Der Bauplan zeigt teilweise Schwarzweißfotos von Baustufen – zu jener Zeit eine kleine Sensation.

Kurz gesagt: Für Sammler ein Muß. Dieser Bausatz ist ein Zeitzeugnis dafür, daß man gute Qualität auch zu günstigen Preisen herstellen konnte, als Hersteller aus Fernost begannen, qualitativ noch bessere, aber für den Normalverbraucher fast unerschwingliche Bausätze anzubieten.

Wir danken der Firma ITALERI für das Besprechungsmuster.

Die IPMS-Austria wurde 1970 als Forum für österreichische Plastik-Modellbauer gegründet.

Wichtig ist uns ein angenehmes und konstruktives Miteinander und nicht die "Vereinsmeierei".

Weiterlesen