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Douglas A-20 G Havoc Russ. Torpedobomber 1:72 (MPM)

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A-20 G Havoc Russ. Torpedobomber 1:72 MPMDie Douglas A-20, auch bekannt unter den Namen Boston, Havoc und Turbinlite, kann durchaus das Arbeitspferd der alliierten Luftstreitkräfte im WK 2 genannt werden.
A-20 waren in Europa, Nordafrika, Rußland und im fernen Osten im Einsatz. Eine besonders interessante Variante ist die des Torpedobombers, zu welchem die Russen viele der unter Leih- und Pacht-Gesetz gelieferten A-20 machten.

Die von den Russen im Wk 2 als Torpedobomber genutzten A-20 waren verschiedene Varianten. Einige davon waren G-Ausführungen, mit dem amerikanischen Zwillings-MG-Turm am Rücken, andere bekamen einen russischen Turm mit einer russischen Waffe. Viele waren auch frühe Ausführungen der A-20, ganz ohne Rückenturm.

Der MPM-Bausatz ist bestimmt nicht der allerneueste, aber im Produktionsstandard derzeit das Maß der Dinge.

Der Bausatz enthält die Rumpfhälften für eine A-20 G mit US-Turm, welcher recht gut ausgeformt ist, jedoch fehlt leider der Unterbau dieses Turms. Das Piloten-Abteil ist dem Maßstab entsprechend gut gestaltet. Der Raum für den Bombenschützen im Bug erfordert - trotz zweier Resinteile - noch einige Ergänzungen. Hier ist Eigeninitiative gefragt.
Aus den weiteren, beigelegten Resinteilen lässt sich der große Torpedo samt Aufhängung bauen. Für dessen Ruderflächen liegt ein Ätzteil bei, der auch die zugehörigen kleinen Propeller aufweist.
Dass nur ein Torpedo beiliegt, ist nur scheinbar ein Manko, denn im scharfen Einsatz wurden diese A-20 – anders als am Deckelbild gezeigt – aus Gewichtsgründen in der Regel mit nur einem Torpedo beladen.
Viele dieser A-20 Torpedobomber wurden auch ohne Bombenschützen geflogen und hatten einen geschlossenen, bewaffneten Rumpfbug. Die dazu benötigten Alternativteile fehlen jedoch in diesem Bausatz (dafür liegen sie der Turbinlite von MPM bei).

Die Einstiegsklappe des Piloten ist korrekt geformt, das zur Grundausrüstung jeder A-20 gehörende Schlauchboot fehlt aber.
Die, für 1:72 ausreichend detaillierten Fahrwerksstreben und -schächte vertragen dennoch ein paar kleine Verbesserungen, wie den Mechanismus der Fahrwerksklappen, oder diverse Leitungen.
Die auffälligen, länglichen Beulen an den Innenseiten der Motorgondeln beinhalteten im Original den Ladeluftkühler. Hier ist wiederum Eigeninitiative verlangt, denn diese Bausatzteile sind doch sehr "nackt".

Dass Ruder und Klappen nicht als einzelne Bauteile ausgeführt sind, ist zwar nicht Stand der Technik, läßt sich aber verschmerzen.

Wer vergisst hinter das Piloten-Abteil ausreichend Ballast einzufügen, braucht sich nicht zu wundern wenn sein Torpedobomber sich auf den Hintern hockt. Zudem sollte man vor dem Bau des Modells das große Orakel (WWW) befragen; hier sind wertvolle Anregungen zu finden, ganz speziell hinsichtlich der Torpedo-Aufhängungen und der zugehörigen Zündleitungen. Letztere wurden - typisch russisch - ganz ohne Schnick-Schnack von der Anschlußstelle seitlich im Rumpf, direkt über dem Torpedo, einfach nur in die entsprechenden Löcher am Torpedokopf eingestöpselt. Dass diese frei im Fahrtwind flatternde Verbindung im Original klaglos funktionierte, spricht für die Robustheit praxisorientierter aber einfacher, russischer Lösungen.

Die Kennungen und Markierungen sind hervorragend gedruckt.

Das Preis-Leistungs-Verhältnis fällt, wegen abwesender Details im Bombenschacht und fehlender Änderungsmöglichkeiten für die Bugbewaffnung, nicht ganz so gut aus. Da können auch die beigelegten Resinteile und Lackiermasken die Bewertung nicht retten.

Aufgrund fehlender Paßstifte und –löcher, sowie der Resin-Bauteile, ist der Bausatz für den fortgeschrittenen Modellbauer zu empfehlen. Wer beim Zusammenbau dem Torpedo und dessen Aufhängungen seine Aufmerksamkeit widmet, wird mit einem seltenen Stück Luftfahrtgeschichte belohnt.