IPMS-Austria

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Kartonmodellbau

Die Urform des Modellbaus steckt im Papier, genauer gesagt im Karton. Erste Kartonmodelle lassen sich bereits seit dem 16. Jahrhundert nachweisen. Ihre Geschichte zieht sich kontinuierlich durch die weiteren Jahrhunderte und erst um 1950 herum begannen Plastikmodelle, eine ernsthafte Konkurrenz zu werden und den Karton merklich zurückzudrängen. Doch dank moderner CAD-Systeme und Drucktechniken konnten sich in den letzten 15 Jahren neue Kartonmodelle wieder auf dem Modellbaumarkt behaupten. Unterstützt durch die Möglichkeiten des Internets, die es erlauben, Bausätze preisgünstig oder sogar gratis herunterzuladen und daheim selbst auszudrucken, werden Karton­modelle für Einsteiger und junge Modellenthusiasten zusehends wieder interessanter.

Im Mai 2007 hat die IPMS Austria beschlossen, eine Sektion Kartonmodellbau zu gründen. Durch die Einbeziehung des Mediums Karton soll eine neue Gruppe von interessierten Modellbauern angesprochen werden, jung und alt, denen der Club auch die Möglichkeit einer Plattform Gleichgesinnter bieten will, um Erfahrungen und Erkenntnisse auszutauschen, auch mit Plastikmodellbauern, sowie eigene Kunstwerke zu präsentieren.Und Kunstwerke sind es wahrlich, die hier entstehen können. Modelle, deren Detaillierungsgrad nur von den Fähigkeiten des Modellbauers und der Physik des Kartons begrenzt werden. Schiffe, Flugzeuge, Bauwerke, Fahrzeuge aller Art, Raumschiffe, Figuren und Dioramen bilden den Hauptteil des Spektrums, aber auch tatsächlich funktionierende (!) Kameras, Fernrohre und andere Gerätschaften können in Karton nachgebaut werden, sogar ein voll funktionsfähiger Sextant. Kartonmodelle zeichnen sich durch eine unglaubliche Flexibilität aus, so gibt es einfache Bausätze für junge Modellbauer und Anfänger, die nur aus wenigen Bauteilen bestehen und mit einer Schere und Kleber problemlos herzustellen sind. Auf der anderen Seite stehen komplexe Modelle von Schiffen oder Flugzeugen, die aus vielen tausenden Einzelteilen bestehen und Längen beziehungsweise Spannweiten von weit über einem Meter aufweisen.Überhaupt zeichnet Kartonmodelle auch eine für Plastikmodellbauer ungewohnte Flexibilität hinsichtlich ihrer Dimensionierung aus. So sind die am weitesten verbreiteten Standardmaßstäbe 1/33 für Flugzeuge und 1/25 für zivile und militärische Fahrzeuge, aber dank der Hilfe modernster Technik wie Computer und Fotokopierer kann man einen Bausatz fast beliebig nach oben oder unten in der Größe skalieren. Sie wollen den LKW nicht in 1/25, sondern in 1/48 bauen? Kein Problem, auf 52% (einfach 25 dividiert durch 48) im Ausdruck skalieren und heureka, da ist er, der gleiche Bausatz im anderen Maßstab. Eine Messerschmidt, die auf den Daumennagel passt? Auch bereits gesehen. Und was ist mit den Detailfanatikern? Ätzteile, Räder aus Holz oder Resin, Vacu-Kanzeln als Ergänzungen, alles gibt es auch hier, einige Kartonmodelle erreichen dank fotorealistischer Drucke sogar höhere Realitätstreue als so manches Plastikmodell. Ja sogar ein Verfeinern oder Umkonstruieren mit einem Grafikprogramm ist durchaus nicht ungewöhnlich.Es bleibt nun zu hoffen, dass diese neue alte Technik viele Freunde des Modellbaus anspricht, „alte Hasen“ genau so wie diejenigen, die sich bis jetzt nicht so recht darüber getraut haben. Nicht zu vergessen das gute Preis/Leistungsverhältnis und moderne Techniken, die ein völlig neues Arbeiten erlauben. Ich wünsche uns allen, dass wir in Zukunft viele faszinierende Modelle zu sehen bekommen werden.

Ansprechpartner IPMS Austria, Sektion Kartonmodelle:
Dipl.-Ing. Herbert Paulis

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Polnische Tenderlokomotive Tkp 30 - Answer Verlag 1:45 1843